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Erfahren Sie mehr über die technischen Eigenschaften unserer doppelseitigen Klebebänder

 

Klebe-
lexikon

Alles was Sie über doppelseitige Klebebänder wissen sollten kompakt zusammengefasst

 
 

Klebelexikon

Abriebbeständigkeit (engl. abrasion resistance) Die Abriebbeständigkeit ist ein Maß für die Scheuerfestigkeit von Klebebändern. Die Klebebänder werden gemäß LV 312 in Abriebklassen A (geringe Abriebbeständigkeit) bis Klasse G (Sonderanwendungen) eingeteilt.

Abrollkraft (engl. unwind force) Kraft, die benötigt wird, um ein Klebeband von der Rolle abzuziehen. Gemessen wird die Abrollkraft in N (Newton).

Acrylat-Klebstoff (engl. acrylic adhesive) Acrylatklebstoffe bestehen aus polymerisierten Acrylsäureestern. Zur Erhöhung der Klebrigkeit können Harze zugemischt werden. Diese Klebstoffe werden aus einer Lösung als wässrige Dispersion oder als Schmelzklebstoff verarbeitet. Ihre besonderen Merkmale sind die hohe Alterungs-, Temperatur- und Chemikalienbeständigkeit, die gute Kompatibilität mit Leitungsisolationen und die weitgehende Unempfindlichkeit gegen UV-Strahlung und Oxidation.

Adhäsion (engl. adhesion) Bezeichnet die Haftung zwischen der Oberfläche des Klebebandes und dem beklebten Material.

Alterungsbeständigkeit (engl. aging resistance) Klebebänder in der Automobilindustrie werden verschiedenen Alterungstests (Temperatur-Dauerbeanspruchung) ausgesetzt, um zu prüfen, wie sich die Eigenschaften dadurch verändern.

Anfangsklebkraft (engl. initial adhesion) Haftklebstoffe kleben bereits direkt nach dem Aufbringen mit der sog. Anfangsklebkraft. Ihren Maximalwert erhalten manche Klebstoffe, insbesondere solche auf Butyl- und Acrylatbasis, aber erst Stunden oder Tage nach dem Verkleben.

Bruchkraft (engl. tensile strength) Oft auch als Reißfestigkeit bezeichnete Kraft, die benötigt wird, um ein Material zu zerreißen. Bei Klebebandern wird sie bestimmt nach DIN EN 14410 und in N/cm angegeben.

Dichtigkeit (engl. leak tightness) Darunter versteht man die Barrierewirkung eines Materials, beispielsweise gegen Chemikalien, Feuchtigkeit oder Gase.

Dispersions-Klebstoff (engl. dispersion adhesive) Bei Dispersionsklebstoffen liegen die Klebstoff-Polymerteilchen in feinster Verteilung in Wasser vor. Es handelt sich in der Regel um lösemittelfreie Systeme. Um die Dispersion zu stabilisieren, müssen aber immer Emulgatoren zugegeben werden.

Durchschlagsspannung (engl. breakdown voltage) Die Spannung, die notwendig ist, um Strom durch einen Isolator fließen zu lassen. Sie ist insbesondere für Elektroisolierbänder von Bedeutung und wird in Volt gemessen.

Geräuschdämpfung (engl. acoustic dampening) Maß fur die geräuschmindernde Wirkung von Klebebändern. Die Klebebänder werden gem. LV 312 in Geräuschdämpfungsklassen A (geringe Geräuschdämpfung) bis Klasse E (höchste Geräuschdämpfung) eingeteilt; die Messung erfolgt in dB (A).

Gewebe (engl. textiles or cloth) Gewebe bestehen aus Kett- und Schussfäden und sind z. B. in einer Leinwandbindung gewebt. Als Garnmaterial kommen Polyester, Viskose oder Polyamid zum Einsatz.  

Haftklebstoff (engl. pressure-sensitive adhesive) Daueraktiver Klebstoff, der fur Klebebänder oder Etiketten weite Anwendung findet. Wie in der englischen Bezeichnung gut zum Ausdruck kommt, wird der Klebstoff durch Druck aktiviert. Ein kurzes, kräftiges Andrücken des Klebebandes ist daher für eine sichere Verklebung notwendig.

Haftvermittler (engl. primer) Ein Haftvermittler verbessert die Klebkraft auf schlecht zu beklebenden Untergründen. Er wird häufig als lösemittelhaltige Beschichtung aufgebracht.

Kautschuk-Klebstoff (engl. rubber-based adhesive) Kautschuk-Klebstoffe bestehen aus natürlichem oder synthetischem Kautschuk, der mit Hilfe von Harzen und Weichmachern klebrig gemacht wurde. Diese Klebstoffe werden aus einer Lösung oder als Schmelzklebstoff verarbeitet. Sie zeichnen sich durch eine hohe Anfangsklebkraft aus, haben aber eine eingeschränkte Beständigkeit gegen Chemikalien, Lösemittel und UV-Strahlung. Im Vergleich zu Acrylat-Klebstoffen sind sie weniger temperatur- und weichmacherbeständig.

Klebkraft (engl. adhesion) Klebkraft verbindet die Begriffe Adhäsion und Kohäsion und bezeichnet die Kraft, die benötigt wird, um ein auf eine Oberfläche aufgeklebtes Klebeband wieder abzuziehen. Um vergleichbare Werte zu erzielen, wird bei Laborversuchen z. B. nach DIN EN 1939 geprüft: Dabei wird ein 20 mm breites Klebeband auf eine Stahlplatte geklebt und dann, nach dem Anrollen mit einer Stahlwalze, mit festgelegter Geschwindigkeit im Winkel von 180° abgezogen und die dafür benötigte Kraft in N/cm gemessen.

Klebrigkeit (engl. tack) Sie ist ein Maß für die Fließfähigkeit eines Haftklebstoffs und bezeichnet das Haftvermögen bei minimalem Andruck. Gemessen wird die Klebrigkeit z. B. durch den „rolling ball“-Test, bei dem eine Stahlkugel von einer schiefen Ebene auf die Klebstofffläche rollt. Man misst die Strecke, die die Kugel auf der Klebstoffschicht rollt, bis sie festklebt. Je kürzer diese Strecke ist, umso höher ist die Klebrigkeit.

Kohäsion (engl. cohesion) Steht für den inneren Zusammenhalt des Klebstoffs. Klebstoffe mit niedriger Kohäsion hinterlassen beim Abziehen des Klebebandes Rückstände auf dem Substrat.

Kompatibilität (engl. compatibility) Verträglichkeit unterschiedlicher Materialien, ohne dass es zu einer Beeinträchtigung des Leistungsvermögens einer der Komponenten kommt. So wird bei der Bewicklung von Kabeln eine gute Kompatibilität des Klebebandes mit der Leitungsisolation gefordert.

Lagerbeständigkeit (engl. shelf life) Ist die Zeit, in der ein Klebeband ohne wesentlichen Leistungsabfall gelagert werden kann. Im Regelfall sind dies mindestens 6 Monate.

LV 312 Eine von deutschen Automobilunternehmen anerkannte Leistungs- Vorschrift (Prüfrichtlinie) für die Qualifizierung von Kabelwickelbändern.

Lösemittel-Klebstoff (engl. solvent-based-adhesive) Der Klebstoff besteht haufig zu über 50 % aus einem Gemisch unterschiedlicher Lösemittel, die bei der Beschichtung auf den Träger verdampft werden müssen. Kautschuk-Klebstoff und Acrylat-Klebstoff können als Lösemittelklebstoff appliziert werden. Klebebänder mit diesen Klebstoffen haben oft einen markanten Eigengeruch durch noch nicht vollständig verdampfte Restlösemittel.

μm (engl. micron) Mikrometer: eine Maßeinheit für die Dicke von z. B. Folien. Ein μm ist ein tausendstel Millimeter (0,001 mm).

N Newton: Maßeinheit für die Kraft.

Polyamid (PA) (engl. polyamide) Klebebänder mit PA-Träger weisen, je nach Trägerart, eine hohe Temperatur- und Abriebbeständigkeit auf. Klebebänder mit PA-Gewebe oder PA-Velours erreichen die höchsten Abriebklassen gemäß LV 312.

Polyethylen (PE) (engl. polyethylene) PE-Folien sind weich und dehnfähig, besitzen eine hohe Dichtigkeit, jedoch nur eine geringe Reißfestigkeit. Polyethylen ist resistent gegen Lösemittel, jedoch empfindlich gegen UV-Strahlung. Im Klebebandbereich werden sie für die Herstellung von Elektroisolierbändern und Korrosionsschutzbändern eingesetzt.

Polyethylenterephthalat (PET) (engl. polyester) PET-Folien und -Gewebe zeichnen sich durch hohe Reiß- und Einreißfestigkeiten aus. Das Material ist sehr beständig gegen hohe Temperaturen, Laugen, Säuren, Öle und zahlreiche Lösemittel. PET-Gewebe verbinden i. d. R. eine hohe Abriebfestigkeit mit guter Beständigkeit gegen hohe Temperaturen und Chemikalien.

Polypropylene (PP) (engl. polypropylene) PP-Folien sind halogenfrei und haben vergleichbare Eigenschaften wie PE-Folien. Sie sind etwas weniger geschmeidig, haben aber eine bessere Temperaturbeständigkeit und werden z. B. als Substitut fur PVC-Klebebänder eingesetzt.

Polyvinylchlorid (PVC) (engl. polyvinyl chloride) PVC-Folien besitzen eine gute Alterungs- und UV-Beständigkeit. PVC-Klebebänder werden daher häufig im Außenbereich eingesetzt. Durch Zusatz unterschiedlicher Mengen Weichmacher kann man PVC sehr geschmeidig einstellen. Aufgrund seiner flammhemmenden Eigenschaften und guter Durchschlagswerte sind PVC-Klebebänder weit verbreitet als Elektroisolierbänder.

Reißdehnung (engl. elongation at break) Dehnungswert, bei dem das Material zerreißt. Bei Klebebändern wird diese bestimmt nach DIN EN 14410 und in % angegeben.

Scherfestigkeit (engl. shearing resistance) Die Scherfestigkeit bezeichnet die Klebkraft eines Klebstoffs, wenn er parallel zur verklebten Oberfläche abgezogen wird (0°-Winkel). Dazu wird ein Klebebandabschnitt an einem Ende auf eine senkrecht aufgehängte Stahlplatte geklebt und am anderen Ende des Klebebandes ein Gewicht befestigt. Gemessen wird entweder die Zeit, bis die Verklebung nachgibt, oder das maximale Gewicht, das die Verklebung noch aushält.

Scherkraft

 

Schmelzklebstoff (engl. hot-melt adhesive) Lösemittelfreier Klebstoff, der in erwärmtem Zustand aufgetragen wird. Sowohl Acrylatklebstoffe als auch auf Synthesekautschuk basierende Klebstoffe können aus der Schmelze verarbeitet werden.

Silicon (engl. silicone) Silicon besteht aus chemisch modifiziertem SiO2 (Sand). Es hat eine klebstoffabweisende Oberfläche und wird daher zum klebstoffabweisenden Ausrüsten von Trennpapieren oder Trennfolien eingesetzt.

Teleskopieren (engl. telescoping) Von Teleskopieren spricht man, wenn sich ein Klebeband durch inneren Druck seitlich trichterförmig über den Rollenkern hinausschiebt. Durch diese Deformation, werden die Klebeigenschaften nicht beeinflusst. Ursache können eine zu stramme Wicklung oder unsachgemäße Lager- oder Transportbedingungen sein (Temperatur, Feuchte).

Temperaturbereich (engl. operating temperature) Gibt an, bei welchen Temperaturen eine Verklebung noch hält, und ist zu unterscheiden von der Verarbeitungstemperatur. Elektroisolierbänder werden gem. DIN EN 60454, Kabelwickelbänder gemäß LV 312 klassifiziert.

Träger (engl. backing material) Unter Träger versteht man das Material, auf das der Klebstoff aufgetragen ist.

Trennlage (engl. liner) Als Trennlage werden bei Haftklebstoffen einseitig oder doppelseitig siliconisierte Folien oder Papiere eingesetzt. Durch die Siliconisierung sind sie klebstoffabweisend und verhindern damit ein ungewolltes Verkleben einzelner Lagen.

UV-Strahlung (engl. UV radiation) Ultraviolette Strahlen sind Teil des Sonnenlichtes und können chemische Reaktionen auslösen. UV-Strahlung kann aber auch gezielt eingesetzt werden, um durch eine Vernetzung die chemische Stabilität von Acrylaten zu verbessern.

Verarbeitungstemperatur (engl. processing temperature) Maß fur die Temperatur, bei der Klebebänder verarbeitet werden können. Die Verklebung sollte aber möglichst bei Raumtemperatur zwischen +10 °C und +30 °C erfolgen.

Verbundmaterial (engl. laminate) Unterschiedliche Träger werden unlösbar zusammengefügt (laminiert), wobei sich durch die Kombination der jeweiligen Eigenschaften ein neuer Gesamtträger ergibt.

Vlies (engl. non-woven fabric) Vlies ist ein nicht gewebtes Textil, das aus natürlichen oder synthetischen Fasern besteht. Seine innere Festigkeit erhält das Vlies z. B. durch Verpressung unter Hitze oder durch Vernähen, wodurch die einzelnen Fasern fixiert werden.